Dream came true

5, 4, 3, 2, 1 … Startschuss aus einer Kanone! Die Menge jubelt, Hubschrauber kreisen über der Brücke, und 59.000 Menschen setzen sich in Bewegung. Ich bin mittendrin. Wochenlang habe ich auf diesen Moment hingearbeitet und jetzt gibt es kein Zurück mehr. Der New York City Marathon 2025 hat begonnen.

Donnerstag – Anreise & erste Eindrücke
Der Moment, in dem das Flugzeug in New York landete, war surreal. Nach Monaten des Trainings, der Vorbereitung und der Vorfreude war ich endlich hier, in der Stadt, die niemals schläft, um einen der berühmtesten Marathons der Welt zu laufen. Schon der Weg vom Flughafen nach Brooklyn ist für mich ein kleines Abenteuer, hupende Taxis, bunte Lichter, das Rauschen der Stadt. Jetlag hin oder her, die Energie dieser Stadt hat mich sofort gepackt. Ich konnte kaum fassen, dass ich hier wirklich an den Start gehen würde.

Freitag – Expo & Organisation
Am Freitag stand der Besuch der Marathon Expo an und ich war sehr beeindruckt. Alles war perfekt organisiert. Von der Eingangskontrolle über die Startnummernausgabe bis hin zu den Merchandise-Ständen lief alles reibungslos. Keine langen Schlangen, freundliche Volunteers an jeder Ecke, klare Beschilderung, man merkte sofort, dass hier Profis am Werk sind. Die Expo selbst war ein Erlebnis. Marken aus der ganzen Welt präsentierten ihre Produkte, es gab Fotowände, Musik, Interviews mit Profis und natürlich das obligatorische Foto mit meiner Startnummer. In diesem Moment wurde es real. Ich werde am Sonntag durch die Straßen New Yorks laufen. Ich habe die Atmosphäre richtig aufgesogen und mich dabei schon mental auf das Rennen eingestimmt.

Samstag – Shakeout Run & letzte Vorbereitung
Am Samstagmorgen stand der traditionelle 4K Shakeout Run auf dem Programm mit dem Blick auf die Manhattan Skyline. Danach hieß es, Beine hochlegen, Kohlenhydrate laden und den Körper zur Ruhe kommen lassen. Ich überprüfte noch einmal meine Ausrüstung, stellte den Wecker, legte alles bereit von den Gels bis zur Startnummer. Der Kopf war ruhig, aber im Herzen kribbelte es. Ich wusste, morgen wird einer der wichtigsten Tage meiner Laufreise.

Sonntag – Der große Tag
Noch im Dunkeln klingelte der Wecker. Es war Race Day. Ich erinnere mich an die Stille im Hotelzimmer, an das Knistern von Vorfreude und Nervosität. Der Transfer nach Staten Island lief wie am Schnürchen, Fähre, Busse, Volunteers, Sicherheitschecks, alles professionell und effizient. Selbst bei über 59.000 Läufern hatte ich nie das Gefühl von Chaos. Dann der Startbereich. Sonne, bluer Himmel, aufgeregte Gesichter, Musik, Helikopter über der Verrazzano Bridge und dieser Moment, ich war da, im Hier und Jetzt, auf einer der ikonischsten Brücken der Welt, mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Gänsehaut, schwer zu beschreiben mit den Worten, man muss es erleben einfach.

Der Lauf – 42,195 km voller Emotionen
Die ersten Kilometer durch Staten Island und Brooklyn waren magisch. Menschen säumten die Straßen, jubelten, hielten Schilder hoch, spielten Musik. Die Energie war so intensiv, dass man fast vergaß, dass man läuft. Ich versuchte, mein Tempo zu finden, aber das wellige Profil machte es schwer, die Strecke ist deutlich anspruchsvoller als gedacht.

Bis Kilometer 23 lief alles nach Plan, doch dann machte mein Magen dicht. Keine Gels mehr, keine Energiezufuhr möglich. Das war hart, denn ich wusste, die zweite Hälfte würde ohne Energie richtig lang werden. Spätestens auf der Queensboro Bridge wurde es brutal. Die Brücke ist still, keine Zuschauer nur du, dein Atem und das Echo den Schritten. Hier entscheidet sich, wie stark du mental bist.

Ab Kilometer 30 war es nur noch ein Kampf. Die Beine schwer, der Kopf müde, aber das Herz wollte weiter. Ich sagte mir immer wieder „Du bist in New York. Du hast dafür trainiert. Lauf!“ Als ich schließlich in den Central Park einbog, war alles vergessen, die Schmerzen, der Hunger, die Müdigkeit. Nur noch Emotion. Der Moment, als ich die Ziellinie sah, war unbeschreiblich. Ich stoppte die Uhr: 3:52:18 Stunden. Nicht die Zeit, die ich mir erträumt hatte, aber ein Lauf, auf den ich unendlich stolz bin.

Atmosphäre & Emotionen
Die Energie dieser Stadt ist nicht in Worte zu fassen. Zwei Millionen Menschen standen entlang der Strecke, schrien, jubelten, klatschten. Überall Musik, Schilder, Kinder, die „Go, go, go!“ riefen. Es ist unmöglich, sich dieser Stimmung zu entziehen. New York feiert jeden Läufer, als wäre er ein Champion. 59.000 Finisher, ein neuer Rekord. Und dazu der letzte Marathon von Eliud Kipchoge, die Emotionen lagen in der Luft. Es war, als hätte die Stadt eine eigene Seele, die dich Kilometer für Kilometer trägt.

Nach dem Rennen
Im Ziel war alles perfekt organisiert: Volunteers, die einem die Medaille umhängen, Wärmedecken, Getränke, Snacks alles durchdacht. Ich war erschöpft, aber gleichzeitig erfüllt und dankbar. Diese Medaille fühlte sich an wie ein Symbol für all die Stunden des Trainings, die Disziplin, die Rückschläge und den unerschütterlichen Willen, es zu schaffen. Beim Rückweg durch den Central Park kam alles hoch, Freude, Erleichterung und Stolz. Ich habe gelernt, dass ein Marathon nicht nur körperlich, sondern auch emotional alles von einem fordert.

Persönliche Erkenntnisse
Ein Marathon ist kein Wettkampf gegen andere, es ist ein Dialog mit sich selbst. Ich habe gelernt, dass Willenskraft manchmal stärker ist als jeder Muskel. Auch wenn nicht alles perfekt lief, war dieser Lauf ein Geschenk. Eine neue persönliche Bestzeit, eine Platzierung unter den besten 30 %, und vor allem eine Erfahrung, die mich verändert hat.

Meine YouTube-Vlogs zum Marathon 🎥
Ich habe meine gesamte Reise nach New York filmisch begleitet – von der Expo über den Shakeout Run bis zum großen Renntag.
Wenn du den Marathon mit all seinen Emotionen miterleben willst, schau dir gerne meine Videos an:
👉🏻 Meine New York Marathon Vlogs ansehen

Ausblick & Fazit
Mit dem Zieleinlauf in New York ist meine Reise nicht zu Ende, sie beginnt erst.
Der New York City Marathon war mein erster Stern auf dem Weg zu den Abbott World Marathon Majors, aber vor allem der Start einer noch größeren Mission:
Einmal alle großen Marathons dieser Welt zu laufen.

Auf diesem Weg werde ich viele neue Orte entdecken, neue Menschen treffen, unvergessliche Momente erleben und mich selbst immer wieder neu herausfordern.
Jede Stadt hat ihre eigene Geschichte, ihre eigene Energie, ihren eigenen Klang.
Und genau das ist das Faszinierende, Laufen verbindet. Über Länder, Sprachen und Kulturen hinweg.

New York war der Anfang ein Traum, der Realität wurde.
Doch die Reise geht weiter.
Als Nächstes wartet Barcelona 🏃‍♂️🔥 und danach viele weitere Ziele auf der Weltkarte.

Denn diese Mission endet nicht an der Ziellinie.
Sie führt mich weiter Schritt für Schritt, Lauf für Lauf, Stadt für Stadt.
Und genau das ist das Schöne daran.

Danke, New York. Du warst größer, lauter und herzlicher, als ich es mir je hätte vorstellen können. ❤️